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iXS Dirt Masters: Interview mit Carlo Dieckmann

Die Meldeliste kann sich sehen lassen: Rund 1000 Fahrer aus ganz Europa und darüber hinaus werden am Wochenende am Start sein, beim iXS Dirt Masters, Europa größtem Freeride Festival. Unter anderem der Europameister 4X, Joost Wichman, der mehrfache Deutsche Meister 4X und WM-Dirtter, Guido Tschugg, sowie der gebürtige Siegener, Carlo Dieckmann, der vergangenen Jahr den Lauf zur Deutsche Slopestyle Meisterschaft in Winterberg überzeugend gewonnen hatte.

Frage: Du nimmst im Rahmen des Freeride Festivals vom 18. bis 20. Mai im Bikepark Winterberg an der internationalen „The Cut“ Slopestyle Serie. teil. Welche Chancen rechnest du dir dieses Mal aus? Im vergangenen Jahr hast du den Lauf zur Deutschen Slopestyle Meisterschaft in Winterberg überzeugend gewonnen.

Dieckmann: Mountainbike Freeride ist eine relativ neue Sportart, die sich in den letzten zwei Jahren sehr stark entwickelt hat. Das Tricklevel ist mittlerweile ziemlich hoch und es kommen immer mehr unbekannte aber sehr talentierte Fahrer nach. Somit wird Winterberg sicherlich etwas schwerer dieses Jahr zu gewinnen.

Frage: Was bedeutet es für dich, in Winterberg zu gewinnen?

Dieckmann: Winterberg zu gewinnen ist schön, weil ich den Sieg mit Freunden und Familie feiern kann. Ich bin in Siegen aufgewachsen, was nicht allzu weit weg ist von Winterberg. Zum Contest kommen also viele Freunde und meine Eltern, was bei den vielen internationalen Events nicht so oft vorkommt.

Frage: Wie sieht deine weitere Saison nach dem Freeride Festival aus? Welche Ziele hast du?

Dieckmann: Die Wochen nach dem Festival sind ziemlich ausgebucht mit Contests. Im Juli und August habe ich ein bisschen mehr Zeit für Fotoshootings und eigene Projekte. Ich bin gerade auch an der Planung der zweiten Auflage einer Bike Jam in Berlin. Mit Joscha Forstreuter und Timo Pritzel laden wir in die Hauptstadt ein zum „gemütlichen Radfahren“…

Frage: Slopestyle ist eine neue, extreme Richtung im Mountainbikesport. Neben den Freeridern sind die Slopestyler mit Abstand die Waghalsigsten. Im Park fallen sie insbesondere durch Coolness und Style auf. Und scheinen absolut schmerzfrei zu sein! Ist das ein Muss in der Szene?

Dieckmann: Nein, nicht wirklich. Slopestyle ist sehr durch den urbanen Lifestyle inspiriert, das heißt, es wird meist in Jeans und T-Shirt gefahren. Das finde ich okay. Wie hart die Slopestyle Kids im Bikepark sind, kann ich schwer einschätzen. Ich glaube aber, dass es einige gibt die weniger ans Fahren denken, sondern eher mit welchem Outfit sie möglichst cool aussehen. Und da kann ich nur sagen, dass auch  Slopestyle ein Teil des Freeridens ist und jeder das machen sollte, was ihm den nötigen Spaß bringt.

Frage: Was geht bei dir im Kopf vor, wenn du im Park von der Fun-Box runter einen X-Up (Lenker wird während des Sprungs um 180-Grad gedreht) springst, auf den nächsten Sprung zurast und dort einen Backflip (Rückwärtssalto) springst?

Dieckmann: Wenn ich fahre und sehr konzentriert bin, kriege ich meist so eine Art Tunnelblick. Es fühlt sich fast so an, als würde alles um mich herum stillstehen. Wenn ich den Backflip gestanden habe und zufrieden bin, kriege ich ein breiten Grinsen auf dem Gesicht, was auch nicht so schnell weicht.

Frage: Three-Sixty-Backflip (Sprung mit 360 Grad Drehung und Rückwärtssalto) oder 30-Meter-Road Gaps (Sprünge über Straßen und Wege) – ist mit diesen Ausprägungen von Freeride und Slopestyle mittlerweile das Ende der Fahnenstange erreicht? Was kommt danach?

Dieckmann: Mountainbike Freeride ist nach wie vor ein junger Sport, das heißt, ich glaube, es wird noch einiges gehen. Progression ist ein sehr wichtiger Teil des Sports, allerdings sehe ich die aktuelle Entwicklung zu Einseitig. Wenn die Progression im Sportlichen etwas ruhiger wird, dann werden Leute mehr an der Qualität des Sports arbeiten. Nicht unbedingt verrückte und noch nie da gewesene Idee versuchen umzusetzen, sondern das Bestehende verbessern.

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